Soli Deo Gloria
Über den Haustüren der Grafenscheune findet sich die lateinische Inschrift „1817 – Soli Deo Gloria – 2025“ (Gott allein die Ehre). Diese Worte tragen für uns mehrere, sich miteinander verbindende Bedeutungen.
Zum einen stellen sie eine bewusste Verbindung zur Hessischen Landesmusikakademie her, die sich heute auf dem Gelände des ehemaligen Schloss Hallenburg befindet. Soli Deo Gloria war die Signatur, mit der Johann Sebastian Bach viele seiner Werke abschloss. Sie entspringt einem tief christlich geprägten Verständnis von Schaffen als Dienst: Talent, Inspiration und Gelingen werden nicht dem eigenen Können zugeschrieben, sondern Gott. In dieser Haltung verbinden sich Kunst, Glaube und Verantwortung auf besondere Weise.

Im Jahr 1817 wurde die ursprüngliche Scheune fertiggestellt. Mit dem Abschluss des Umbaus im Jahr 2025 erhielt das Gebäude seinen heutigen Charakter, und die neu entstandenen Wohnungen wurden erstmals bezogen.
Die Grafenscheune war ursprünglich Teil des Hallenburg-Komplexes und steht damit in einer langen historischen Tradition, in der geistliches, kulturelles und gesellschaftliches Leben eng miteinander verwoben waren. Mit der Inschrift greifen wir diese Prägung bewusst auf und führen sie in die Gegenwart fort.


Darüber hinaus ist Soli Deo Gloria Ausdruck unseres persönlichen christlichen Glaubens und unseres Antriebs für den Umbau der Grafenscheune. Wir verstehen dieses Projekt nicht nur als architektonische Aufgabe, sondern auch als anvertraute Verantwortung.
Der respektvolle Umgang mit dem Denkmal, die Bewahrung seiner Substanz und die behutsame Weiterentwicklung verstehen wir als Teil eines christlichen Selbstverständnisses: dankbar mit dem umzugehen, was uns gegeben ist, und es nicht für uns selbst, sondern für andere wirken zu lassen.
So steht die Inschrift über der Haustür als sichtbares Zeichen dieser Haltung – als Bekenntnis zu unserem Glauben, als Ausdruck von Demut und als Einladung, diesen besonderen Ort bewusst wahrzunehmen.


